VORWORT
DR. BERNHARD E. KALLUP
VORSTANDSVORSITZENDER DER SEDUS STOLL AG

„Arbeiten in der Wissensgesellschaft“ ist heute in aller Munde – aber was hat es damit auf sich? Welche Konsequenzen ergeben sich damit zukünftig für die Gestaltung von Büroräumen und nicht zuletzt auch für die architektonische Planung von Bürogebäuden?
Sedus als Büromöbelhersteller beschäftigt sich täglich mit der Gestaltung von Arbeitsplätzen – aber es ist nicht damit getan, vorhandene Räume einzurichten. Im Idealfall werden bereits die Gebäude bei der Planung nicht nur als Immobilieninvestment gesehen, sondern berücksichtigen ganzheitliche Nutzungskonzepte.
Wenn die Menschen als Nutzer im Mittelpunkt stehen, sollten Bürogebäude nicht nur eine effiziente Leistung der Mitarbeiter, sondern auch Erholung und Kommunikation fördern und Emotionen ansprechen. Nur wenn diese Aspekte erfüllt werden, steigen Motivation, Zufriedenheit und damit die Effizienz der Mitarbeiter und Nutzer.
Wollen Unternehmen heute hochqualifizierte Experten für sich gewinnen und halten, werden die Kriterien eines attraktiven Arbeitsplatzes mit einhergehender freier Zeiteinteilung - ein selbst gesteuerter Wechsel zwischen „Create and Recreate“ - unverzichtbar.
Sedus kultiviert mit dem Konzept PLACE 2.5 genau diesen Ansatz. Dahinter steckt die These von Soziologen, dass unser Leben an drei Orten stattfindet: am First Place - unserem Zuhause, am Second Place – unserem Arbeitsplatz und an Third Places, den Orten des individuellen Vergnügens, des Entspannens, des Erholens - Orte, die uns emotional au.aden und so Kraft für den Alltag spenden.
Der PLACE 2.5 ist ein perfekter Second Place, der sich wie ein Third Place anfühlt. Die Mitarbeiter erfahren in einem attraktiven und stimulierenden Arbeitsumfeld Sinn, Spaß, Erfolg und Erfüllung.
Um einen Schritt weiterzugehen, um den Denkansatz im Unternehmen selbst, aber auch in der Diskussion mit Architekten und Kunden weiterzuentwickeln, initiierte Sedus im Wintersemester 2005/2006 das Research Studio zu diesem Thema am renommierten Berlage Institut, dem Architekturforschungszentrum in Rotterdam.
Unter Leitung von Prof. Dietmar Leyk mit Tobias Lutz und Nils Becker arbeitete ein internationales Team von Postgraduate-Studenten an der Vision, was der PLACE 2.5 in seiner Konsequenz für die Architektur bedeuten kann.
An verschiedenen Fallbeispielen wurden für unterschiedlichste Nutzungsansprüche Vorschläge entwickelt.
Diese Onlinepräsentation gibt Einblicke in die teils durch die kulturelle Prägung der Entwurfsverfasser besonders geprägten Projekte von Bürogebäuden der Zukunft, deren Nutzung besonders unter dem Aspekt „Create and 'Recreate' konzipiert wurde.
Ich wünsche Ihnen, dass Sie durch diese Lektüre neuartige Eindrücke und Denkanstösse erfahren und dass darüber hinaus eine interessante Diskussion und Debatte zur Zukunft einer emotionaleren und ganzheitlicheren Betrachtung von Arbeitsplätzen einsetzen möge.
Dr. Bernhard E. Kallup
Vorstandsvorsitzender Sedus AG