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RESEARCH STUDIO PLACE 2.5
BERLAGE INSTITUT ROTTERDAM

KONZEPT RESEARCH STUDIO

KONZIPIERT UND REALISIERT VON ARCHITONIC

Die Gestaltung von Arbeitsräumen war nie ein primär architektonischer Diskurs. Im Vordergrund stehen arbeitsökonomische und -organisatorische Kriterien, meist aus der Sicht von Unternehmern und Investoren. Der Fokus auf rein funktionale und kosteneffiziente Lösungen ist die logische Konsequenz.
Bis heute hat sich die Diskussion kaum über die reine “Grundriss-Betrachtung” hinaus entwickelt und pendelt mit inzwischen vielfältigen Varianten und Kombinationen letztlich noch immer zwischen Einzelbüro und Großraumbüro.

Die große Mehrheit der Büros wird von Objekteinrichtern und Innenarchitekten gestaltet, Innovation findet meist auf der Ebene neuer Oberflächenmaterialien, Farben und im Möbeldesign statt.
Für Architonic war es deshalb eine faszinierende Herausforderung, das von Sedus lancierte Thema PLACE 2.5 zu “architektonisieren”, in einen größeren Maßstab zu stellen und dabei den urbanen Kontext in die Recherche mit einzubeziehen. Für diese Betrachtungsweise des Themas war das Berlage Institut in Rotterdam - Brutstätte des modernen holländischen Architekturdiskurses - ein idealer Kooperationspartner.
Ziel des Forschungssemesters unter der wissenschaftlichen Leitung von Dietmar Leyk war die Entwicklung von Zukunftsvisionen für Headquarters in internationalen Metropolen wie Peking, Hong Kong, New York und London.
Ausgangspunkt war die Analyse der Arbeits- und Kommunikationsprozesse verschiedener Unternehmenstypen wie einer Bank, Online-Dienstleister, Versicherung, Werbeagentur etc. Um Aussagen für die Entwicklung in den nächsten 50 Jahren machen zu können, wurden die Auswirkungen der Trends zur Wissensgesellschaft, Globalisierung und Digitalisierung vertieft untersucht.
Der verschärfte Kampf um die besten Köpfe, immer mobilere und variablere Arbeitsplätze und -zeiten, die zunehmende Digitalisierung der Arbeitsprozesse und der proportional dazu wachsende Bedarf an Koordinations- und Verhandlungsaufgaben im Team waren Rahmenbedingungen auf denen die Projekte aufbauen.

Es hat sich bestätigt, dass die wachsenden Ansprüche an die “human Skills” und die globale Mobilität völlig neue Anforderungen an die Bürogebäude der Zukunft generieren.
Die bisher hauptsächlich auf ökonomische Effizienz ausgelegten “Arbeitsstätten” werden zunehmend zu Service-Centern für ihre Mitarbeiter, sie entwickeln sich zu Seminar- und Weiterbildungszentren und nicht zuletzt zu wichtigen Identifikations- und Repräsentationsorten für die Marken der Unternehmen.
Soziale, mentale und kreative Effizienz sind die neuen Erfolgsfaktoren - auch aus ökonomischer Sicht. Die Projekte des Sedus Research Studio zeigen, dass sich nicht nur die Arbeitsplätze selbst zu PLACES 2.5 entwickeln werden, sondern auch die städtebauliche und architektonische Struktur der zukünftigen Headquarters radikale Änderungen erfahren wird.

Ziel dieser Publikation der Ergebnisse ist, Architekten und Planern Denkanstösse und Inspiration zu ermöglichen.

Nils Becker, Tobias Lutz
Dipl. Architekten ETH
Geschäftsführer Architonic AG, Zürich