Rezyklate: Schlüsselmaterialien für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft

Rezyklate: Schlüsselmaterialien für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft

Rezyklate stehen für aktiven Ressourcenschutz und zukunftsfähige Industrieprozesse. Sie verwandeln Abfälle in nutzbare Sekundärrohstoffe und schließen Materialkreisläufe. Diese Seite erklärt prägnant was Rezyklate sind, wie sie entstehen, welche Arten es gibt – und warum Sekundärrohstoffe ökologisch und ökonomisch überzeugen. 

Im Mittelpunkt steht die Rolle von Rezyklaten bei Konstruktion, Materialwahl und Produktlebenszyklen: langlebig, wartungsfreundlich, demontierbar und am Ende gut recycelbar. So entsteht ein durchdachtes Kreislaufmodell, das Abfall, Emissionen und Energieverbrauch senkt. 

Bei Sedus werden Rezyklate genutzt, um den Einsatz von Primärmaterialien zu reduzieren – und damit den ökologischen Fußabdruck der Produkte deutlich zu verringern.

Bei Produkten wie se:lounge oder se:lounge light verwenden wir PET-Filz, der aus alten PET-Flaschen gewonnen wird

erklärt Niklas Flum, Sustainability Manager bei Sedus.

Was sind Rezyklate?

Rezyklate sind Werkstoffe, die aus gebrauchten Materialien oder Produktionsresten gewonnen und als Sekundärrohstoffe in neuen Anwendungen genutzt werden. Kurz gesagt: Rezyklate entstehen durch Recycling, bei dem Altmaterialien wie Kunststoffe, Metalle, Glas, Papier oder Textilien zu verwertbaren Rohstoffen aufbereitet werden. 

Rezyklate schonen Primärrohstoffe, senken den Energieverbrauch und reduzieren CO₂-Emissionen. Im Vergleich dazu erfordert die Gewinnung von Primärmaterialien – etwa Erdöl für Kunststoffe oder Erze für Stahl – erheblichen Aufwand. Rezyklate setzen auf die Idee, bestehende Materialströme ressourcenschonend und planbar zu nutzen. 

Der Recycling-Prozess in Kürze: Sammeln, Sortieren, Aufbereiten. Metalle werden eingeschmolzen, Kunststoffe zerkleinert, gereinigt und als Regranulat bereitgestellt. Papier- und Kartonfasern werden zu neuen Faserstoffen verarbeitet. So entstehen Rezyklate, die als Sekundärrohstoffe in die Fertigung zurückfließen.

Beispiele für Rezyklate

  • Kunststoff-Rezyklat aus PET für Bauteile und Bezugsstoffe
  • recycelte Aluminiumlegierungen für Rahmen und Profile
  • Stahl aus Rezyklaten für Mechaniken
  • Papier- und Karton-Rezyklate für Verpackungen 

    Auch PP-Rezyklat (recyceltes Polypropylen) ist weit verbreitet, wenn robuste, gut verarbeitbare Kunststoffe gefragt sind.

Arten von Rezyklaten und ihre Eigenschaften

Rezyklate unterscheiden sich nach Herkunft und Aufbereitung. Besonders wichtig sind: 

  • Post-Consumer-Rezyklat (PCR): Es stammt aus Produkten, die Verbraucher genutzt haben, etwa Flaschen, Verpackungen oder Bauteile.
    • Vorteil: direkte Abfallvermeidung.
    • Herausforderung: schwankende Materialreinheit, Farbe und Zusammensetzung. Sorgfältige Sortierung und qualitätssichernde Aufbereitung sind entscheidend.
  • Post-Industrial-Rezyklat (PIR): Es entsteht aus Produktionsresten wie Stanzgittern oder Ausschussteilen. Die Materialqualität ist oft homogener, die Quelle klar dokumentiert. PIR eignet sich besonders für technische Bauteile mit hohen Anforderungen an Stabilität und Präzision.
  • Kunststoff-Rezyklat in der Praxis:
    • PP-Rezyklat bietet eine gute Kombination aus Zähigkeit, Chemikalienbeständigkeit und Verarbeitbarkeit. Als Regranulat lässt es sich vielseitig einsetzen – von Gehäusen bis zu strukturellen Kunststoffteilen.

Wie entstehen Rezyklate? Vom Abfall zum Sekundärrohstoff

Hochwertige Rezyklate entstehen durch abgestimmte Prozesse. Ziel ist es, aus unterschiedlichen Ausgangsmaterialien verlässliche Sekundärrohstoffe zu erzeugen, die technische, optische und gesundheitliche Anforderungen erfüllen. 

Prozessschritte: 

  1. Sammlung und Sortierung nach Materialarten.
  2. Entfernung von Störstoffen und Reinigung der Oberflächen.
  3. Verarbeitung: Metalle werden eingeschmolzen, Kunststoffe zerkleinert, gewaschen, extrudiert und zu Regranulat verarbeitet.
  • Technologien für Qualität: Optische Sortierung, Dichtesortierung und Farberkennung erhöhen die Reinheit. Filtration und Entgasung in der Extrusion verbessern die Materialqualität. Beim Compounding werden Additive und Stabilisatoren zugegeben, um mechanische Eigenschaften, UV-Beständigkeit und Farbkonstanz zu sichern.
  • Herausforderungen und Lösungen: Schwankende Materialqualität, Verunreinigungen oder Farbunterschiede werden durch strenge Spezifikationen, Rückverfolgbarkeit und Prüfungen ausgeglichen. Tests zu Lebensdauer, Emissionen und Sicherheit stellen sicher, dass Rezyklate die Normen erfüllen. Wo nötig, werden Primärmaterialien beigemischt, um Stabilität und Optik zu optimieren.

Design- und Qualitätsprinzipien für Rezyklate

Rezyklate wirken besonders effektiv, wenn Produkte auf Langlebigkeit und Kreislauffähigkeit ausgelegt sind. Dazu gehören modulare Konzepte, trennbare Materialverbunde und demontagefreundliche Verbindungen. Diese Ansätze erleichtern Reparaturen, verlängern die Nutzungsdauer und vereinfachen das Recycling. 

  • Qualität und Sicherheit: Rezyklate müssen belastbar, normkonform und gesundheitlich unbedenklich sein. Mechanische Stabilität, geringe VOC-Emissionen, Brandverhalten und Farbtreue sind entscheidend. Für Kunststoffe gilt: Ein definiertes Regranulat mit stabilen Eigenschaften bildet die Grundlage für reproduzierbare Prozesse.
  • Transparenz: Klare Angaben zu Herkunft, Rezyklatanteil und Recyclingfähigkeit schaffen Vertrauen und erleichtern fundierte Entscheidungen entlang der Lieferkette. Dokumentierte Sekundärrohstoffe verbessern Ökobilanzen und die Bewertung von Klimawirkungen. 

Klarheit über die Umweltauswirkungen von Unternehmen, Produkten und Prozessen bildet das Fundament glaubwürdiger Nachhaltigkeit. Bei Sedus übernimmt diese Aufgabe die Environmental Product Information (EPI) . Für über 100 Produkte steht dieses Umwelt-Datenblatt zum Download bereit. Es zeigt die Emissionen jedes Produkts auf und ermöglicht eine fundierte Analyse, die gezielte ökologische Verbesserungen vorantreibt.

Umwelt- und Wirtschaftsvorteile von Rezyklaten

Rezyklate verbinden ökologische Vorteile mit wirtschaftlicher Vernunft. Jedes Kilogramm Sekundärrohstoff ersetzt Primärmaterial und spart Energie bei Gewinnung, Transport und Verarbeitung. Das senkt den CO₂-Fußabdruck entlang der gesamten Wertschöpfungskette. 

  • Rohstoffsicherheit und Resilienz: Rezyklate stabilisieren Materialkosten und verringern die Abhängigkeit von schwankenden Rohstoffmärkten. Klare Qualitätsstandards und transparente Angaben stärken die Glaubwürdigkeit und helfen, regulatorische Anforderungen zu erfüllen.
  • Fokus auf Kunststoffe: Kunststoffe zersetzen sich in der Umwelt nur langsam und belasten als Mikroplastik die Ökosysteme. Kunststoff-Rezyklate führen Abfallströme in Wertstoffkreisläufe zurück und schonen Ressourcen.

Nachhaltigkeit ist bei Sedus kein Trend, sondern Teil unserer Philosophie.

betont Niklas Flum

Der Einsatz von Rezyklaten, Ökostrom, LED-Technik und Wärmepumpen reduziert die Umweltbelastung. Sedus legt zudem großen Wert auf eine nachhaltige Lieferkette und unterstützt Kunden dabei, Produkte ressourcenschonend zu nutzen und zu entsorgen. Die Rücknahme- und Wiederverwendungsprogramme zeigen das Engagement für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft.

Unsere Produkte

FAQ: Rezyklate – kurz erklärt

Wofür werden Rezyklate genutzt?

Für Gehäuse, Rahmen, Mechaniken, Textilien und Verpackungen. Beispiele: Kunststoff-Rezyklat, Aluminium- und Stahlrezyklate, Papier-Rezyklate.

Was bedeutet Post-Industrial-Rezyklat?

Material aus Produktionsrückläufen mit homogener Qualität – ideal für technische Bauteile. 

Was bedeutet Post-Consumer-Rezyklat?

Material aus Produkten, die Verbraucher genutzt haben. Es reduziert Abfälle, erfordert aber sorgfältige Aufbereitung. 

Was ist Regranulat?

Ein granulatförmiger Kunststoff-Sekundärrohstoff, der aus Altkunststoffen entsteht. 

Was ist Rezyklat?

Ein durch Recycling gewonnenes Material, das als Sekundärrohstoff in neuen Produkten dient. 

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