„Deutlich mehr, als man auf den ersten Blick vermutet.“
se:cove wirkt auf den ersten Blick wie ein komfortabler Loungesessel – wie viel Nachhaltigkeitsarbeit steckt tatsächlich in so einem Produkt?
„Ich würde sagen: deutlich mehr, als man auf den ersten Blick vermutet. Mit se:cove ist es uns gelungen, Design und Nachhaltigkeit nicht als Gegensätze zu sehen, sondern konsequent miteinander zu verbinden. Häufig schränkt das Design eines Produkts die Freiheiten in puncto Nachhaltigkeit stark ein. se:cove hingegen wurde bewusst so gestaltet, dass dieser Freiraum erhalten bleibt.“
Gerade in der Produktentwicklung ist das keine Selbstverständlichkeit. Designentscheidungen legen früh fest, welche Materialien möglich sind, wie Konstruktionen umgesetzt werden und wie gut ein Produkt später recycelt werden kann. Bei se:cove wurde dieser Spielraum gezielt offengehalten – als Grundlage für nachhaltige Entscheidungen.
Nachhaltigkeit von Beginn an

Das Nachhaltigkeitsteam ist nicht erst am Ende des Entwicklungsprozesses beteiligt, sondern von Anfang an. Niklas erklärt:
„Wir sind von Beginn an in den Entwicklungsprozess eingebunden. Sobald die Grundidee des Produkts steht, geben wir Empfehlungen, auf welche Kriterien geachtet werden sollte, um am Ende ein nachhaltiges Produkt zu erhalten. Dabei legen wir zum Beispiel fest, wie hoch der recycelte Materialanteil sein sollte und welcher CO₂-Fußabdruck maximal entstehen darf.“
Damit werden bereits früh klare Zielwerte definiert – etwa für den Anteil recycelter Materialien oder für die maximale CO₂-Belastung. Nachhaltigkeit wird so zu einer messbaren Größe und nicht nur zu einem abstrakten Anspruch.
Bis zu 68 % recycelte Rohstoffe – ein entscheidender Hebel
Ein zentrales Ergebnis dieses Ansatzes: se:cove besteht zu bis zu 68 % aus recycelten Rohstoffen. Das ist nicht nur eine Zahl, sondern ein wirksamer Hebel zur Reduzierung von Emissionen.
Der CO₂-Fußabdruck liegt – je nach Ausführung – bei 30,4 kg CO₂-Äquivalent, in einer anderen Variante sogar bei 12,5 kg CO₂-Äquivalent. Diese Werte basieren auf der sogenannten Cradle-to-Gate-Betrachtung.
Was bedeutet das konkret?
„Diese Werte basieren auf der Cradle-to-Gate-Betrachtung. Das bedeutet, dass Rohstoffgewinnung, Transport zu unserem Werk und Produktion betrachtet werden. Sedus steht bereits für eine nachhaltige Produktion, weshalb wir uns hier vor allem auf den Einsatz nachhaltiger Materialien konzentrieren. Der effektivste Hebel ist der Einsatz von Materialien mit hohem recyceltem Anteil. se:cove besteht zu bis zu 68 % aus recycelten Rohstoffen. So konnten wir den CO₂-Fußabdruck erheblich reduzieren.“
Cradleto Gate umfasst also alle Emissionen von der Rohstoffgewinnung bis zum fertig produzierten Produkt am Werkstor – noch bevor es zum Kunden transportiert oder genutzt wird. Gerade in diesen frühen Phasen liegt enormes Reduktionspotenzial, insbesondere bei der Materialwahl.
Regionale Beschaffung: Ökologisch und sozial relevant

Neben dem Material spielt auch die Herkunft der Komponenten eine zentrale Rolle. Rund zwei Drittel der Materialien bezieht Sedus aus Deutschland, 91 % aus Europa. Bei se:cove liegt die Beschaffung sogar zu 100 % in europäischen Ländern.
Für Niklas ist das mehr als nur ein logistischer Vorteil:
„Regionale Beschaffung hat für uns sowohl ökologische als auch soziale Vorteile. Ökologisch gesehen, reduzieren wir durch Regionalität den CO₂-Fußabdruck beim Transport. Zwei Drittel aus Deutschland bedeutet, dass zwei Drittel unserer Materialien nach deutschen Standards hergestellt werden, 91 % aus europäischen Standards. Durch die hohen europäischen Standards können wir gewährleisten, dass bei unseren Lieferanten hohe ökologische und soziale Anforderungen abgedeckt werden. se:cove wird sogar zu 100 % aus europäischen Ländern beschaffen.“
Kurze Transportwege senken Emissionen – gleichzeitig stellen europäische Standards sicher, dass Umwelt- und Sozialanforderungen entlang der Lieferkette eingehalten werden.
Verantwortung für Menschen: Arbeitssicherheit als fester Bestandteil
Nachhaltigkeit bedeutet bei Sedus nicht nur Umwelt- und Klimaschutz, sondern auch Verantwortung für die Menschen in der Produktion.
„Die Arbeitssicherheit in der Produktion ist für Sedus von hoher Bedeutung, weshalb wir uns auch 2019 entschieden haben, unser bestehendes Arbeitssicherheitsmanagementsystem nach der ISO 45001 zertifizieren zu lassen. Sicherheit hat in unserer Produktion oberste Priorität und ist fester Bestandteil aller Prozesse. Durch klare Strukturen, regelmäßige Überprüfungen und die aktive Einbindung unserer Mitarbeitenden schaffen wir ein Arbeitsumfeld, das Risiken minimiert und Prävention konsequent in den Mittelpunkt stellt.“
Konkret bedeutet das strukturierte, jährliche Begehungen der Arbeitsplätze, vierteljährliche Sitzungen des Sicherheitsausschusses sowie transparente Auswertungen von Unfallstatistiken und Verbesserungsmaßnahmen.
„Unsere Arbeitsplätze und Produktionsbereiche werden jährlich im Rahmen strukturierter Begehungen gemeinsam mit Führungskräften und relevanten Fachstellen überprüft. Dabei identifizieren wir potenzielle Gefährdungen frühzeitig und leiten gezielte Maßnahmen zur Optimierung ein. Ergänzend dazu finden vierteljährliche Sitzungen des Sicherheitsausschusses statt, in denen aktuelle Entwicklungen, Unfallstatistiken sowie Verbesserungsmaßnahmen transparent bewertet und weiterentwickelt werden.
Auch die aktive Beteiligung unserer Mitarbeitenden spielt eine entscheidende Rolle. Beinaheunfälle und sicherheitsrelevante Beobachtungen können unkompliziert gemeldet werden, um potenzielle Risiken frühzeitig zu erkennen und zukünftige Vorfälle zu vermeiden. Regelmäßige Schulungen und Unterweisungen stärken das Sicherheitsbewusstsein und fördern eine Kultur der Aufmerksamkeit und Eigenverantwortung.“
ISO 45001 steht in der Praxis also für ein systematisches, überprüfbares Arbeitsschutzmanagement – und für eine Sicherheitskultur, die kontinuierlich weiterentwickelt wird.
Design for Recycling: Jede Lebensphase im Blick
Ein weiterer zentraler Aspekt ist das Mitdenken aller Lebensphasen eines Produkts. Für se:cove bedeutet das:
„Bei unserem se:cove haben wir das Design-for-Recycling-Konzept angewendet. Das Produkt ist so konzipiert, dass es am Ende in seine Einzelteile zerlegt und vollständig recycelt werden kann. Zudem wurde es für einen verlängerten Lebenszyklus entwickelt: Füße oder Bezüge können ausgetauscht werden, sodass das Produkt länger nutzbar bleibt.“
Das Ziel: Produkte so zu gestalten, dass sie reparierbar, zerlegbar und am Ende möglichst vollständig wieder in den Materialkreislauf zurückgeführt werden können – ganz im Sinne der Kreislaufwirtschaft.
Ein Produkt, viele Nachhaltigkeitsargumente

Was macht se:cove aus Nachhaltigkeitssicht besonders? Für Niklas ist es das Zusammenspiel vieler Faktoren:
„Mit se:cove decken wir alle Aspekte unseres Sedus Green Codex ab, unseres Ansatzes zur Kreislaufwirtschaft. Es ist erfreulich zu sehen, dass wir jeden dieser Aspekte berücksichtigen konnten – vom Design for Recycling über die europäische Materialbeschaffung bis zum hohen Anteil an recycelten Materialien.“
Dabei gibt es nicht den einen, herausragenden Nachhaltigkeitsfaktor:
„Bei se:cove gibt es nicht das eine Nachhaltigkeitsargument. se:cove zeichnet sich durch viele verschiedene aus. Wir haben mit se:cove zum ersten Mal auch eine Entwicklung bei unserem Schaumsystem gesehen. Hier setzen wir zum ersten Mal 30 % biobasierten Anteil ein. Ich sehe hier noch großes Entwicklungspotenzial und hoffe das wir diesen Aufwärtstrend auch in andere Produkte übertragen können.“
Gerade dieser biobasierte Anteil im Schaumsystem zeigt, dass Nachhaltigkeit ein fortlaufender Prozess ist – mit Potenzial für weitere Innovationen.
Fazit:
se:cove ist mehr als ein Loungesessel. Er steht exemplarisch für einen Entwicklungsansatz, bei dem Design, Funktionalität und Nachhaltigkeit von Beginn an zusammengedacht werden. Von der Materialauswahl über die regionale Beschaffung bis hin zu Arbeitssicherheit und Recyclingfähigkeit zeigt sich: Nachhaltigkeit ist kein Add-on – sondern integraler Bestandteil des Produkts.
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