Ein Co-Working-Space zwischen Energie und Fokus
Der neue Standort von Start it @KBC, realisiert 2021 und entworfen von Space Refinery, erstreckt sich über 1.300 m² und wurde als offenes, lebendiges Arbeitsumfeld für Start-ups konzipiert. Ziel war es, einen Raum zu schaffen, der sowohl als sozialer Treffpunkt als auch als Rückzugsort für konzentriertes Arbeiten funktioniert.
Die Herausforderung: Im vorherigen Open Space führte Lärm – durch Meetings, Videocalls und fehlende akustische Trennung – zu erheblichen Konzentrationsproblemen. Die Antwort darauf ist ein durchdachtes Raumkonzept, das Offenheit nicht einschränkt, sondern strukturiert.
Zonierung als Schlüssel zum Erfolg
Das Büro funktioniert wie ein flexibles Ökosystem, in dem unterschiedliche Arbeitsmodi klar voneinander getrennt, aber dennoch miteinander verbunden sind. Ein ringförmiger Flur erschließt alle Bereiche und schafft Orientierung sowie fließende Übergänge.
- Aktive Zonen wie die Cafeteria fördern Austausch und Community
- Ruhige Bereiche bieten gezielte Rückzugsorte für Fokusarbeit
Diese klare Zonierung reduziert Störungen – ohne die Offenheit des Gesamtraums zu verlieren.

Weicher Bereich mit Holzschaukel, der eine spielerische Atmosphäre schafft
Biophiles Design: Der „urbane Dschungel“
Ein zentrales Gestaltungselement ist die konsequente Orientierung an der Natur. Das Konzept eines „urbanen Dschungels“ zieht sich durch den gesamten Raum:
- Pflanzen als funktionale und atmosphärische Elemente
- Natürliche Materialien wie Holz
- Warme Lichtstimmungen und erdige Farbtöne
- Verspielte Details wie Tapeten mit Tiermotiven
Dieser biophile Ansatz wirkt stressreduzierend und unterstützt die Konzentration – ein entscheidender Faktor in offenen Arbeitsumgebungen.
Die Bibliothek: Konzentration mit klaren Regeln
Das Herzstück für fokussiertes Arbeiten ist die Bibliothek. Sie ist offen zugänglich, folgt aber klaren, wenn auch unausgesprochenen Regeln:
- keine Telefonate
- keine Ablenkungen
- Fokus auf ruhige, individuelle Tätigkeiten
Ein großer Holztisch und halbgeschlossene Nischen schaffen eine Atmosphäre, die Konzentration nicht nur ermöglicht, sondern aktiv unterstützt. Die Bibliothek wird damit zu einem bewusst gestalteten Rückzugsort innerhalb des offenen Systems.

Eingang zum Start it @KBC, entworfen von Barbara Standaert
Die Forest Lounge: Fokus in entspannter Atmosphäre
Direkt angrenzend erweitert die Forest Lounge das Angebot ruhiger Arbeitsbereiche. Mit weichen Sitzmöbeln und einer wohnlichen Gestaltung bietet sie eine alternative Umgebung für:
- tiefes Nachdenken
- informelles Arbeiten
- kreative Reflexion
Sie ergänzt die funktionale Strenge der Bibliothek um eine emotionalere, entspanntere Dimension – ohne den Fokusgedanken zu verlieren.
Spielraum für Kreativität und Kultur
Neben den klar strukturierten Arbeitszonen setzt das Projekt auch auf spielerische Elemente wie Schaukeln, modulare Strukturen oder Leuchtanzeigen. Diese fördern Bewegung, Interaktion und eine lebendige Co-Working-Kultur – ohne die ruhigen Bereiche zu beeinträchtigen.

Bürogrundriss von Space Refinery mit fünf verschiedenen Arbeitsbereichen
Fazit: Offenheit braucht Struktur
Start it @KBC zeigt eindrucksvoll, dass offene Co-Working Spaces nicht im Widerspruch zu konzentriertem Arbeiten stehen müssen. Entscheidend sind:
- eine klare funktionale Zonierung
- bewusst gestaltete Rückzugsorte
- der gezielte Einsatz von biophilem Design
Bibliothek und Forest Lounge sind dabei mehr als nur Räume – sie sind essenzielle Bausteine eines Arbeitsumfelds, das sowohl kollektive Energie als auch individuelle Konzentration ermöglicht.
Dieser Ansatz ist damit nicht nur für Co-Working relevant, sondern kann als grundsätzliches Modell für moderne Arbeitswelten dienen.
Mehr Anwendungsbeispiele für Fokus-Büros finden Sie in der neuesten Sedus INSIGHTS Ausgabe Nº 20.
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