Ein Material mit Haltung: Holzfaser als Grundlage für nachhaltige Akustik

Ein Material mit Haltung: Holzfaser als Grundlage für nachhaltige Akustik

Akustiklösungen beeinflussen nicht nur die Hörbarkeit eines Raumes, sondern auch seine Atmosphäre, sein Raumklima und letztlich das Wohlbefinden der Menschen, die darin arbeiten. Mit se:hive hat Sedus diesen Anspruch neu interpretiert – gemeinsam mit Gutex, einem führenden Hersteller ökologischer Dämmstoffe aus Holzfaser. 

Im Interview spricht Rudi Raschke, Corporate Communication Manager bei Gutex, über die besonderen Eigenschaften der Holzfaser, über regionale Wertschöpfung im Schwarzwald und darüber, wie aus einem klassischen Bauprodukt ein prägendes Element für nachhaltiges Interior Design werden konnte.

Gutex gilt seit mehr als 90 Jahren als Vorreiter in Sachen Holzfaserdämmung in Europa. Was unterscheidet die Holzfaser von anderen Dämmstoffen?

Holzfaser funktioniert, weil sie aus dem richtigen Material gemacht ist: Sie atmet, speichert Wärme, reguliert Feuchtigkeit und fühlt sich in der Konstruktion an wie ein natürlicher Verbündeter. Anders als bei rein synthetischen Dämmstoffen entsteht dadurch ein Gefühl, das Menschen instinktiv als angenehm empfinden. Und weil der Rohstoff direkt aus unseren Wäldern stammt, bleibt der gesamte Wertschöpfungsprozess nachvollziehbar und nachhaltig. 

Ähnlich wie Sedus, ist Gutex seit Generationen im Schwarzwald verwurzelt. Wie prägt diese regionale Herkunft die Haltung des Unternehmens zu Material, Produktion und Nachhaltigkeit?

Es spielt sicher eine Rolle, wie unser Unternehmen einst von der Nutzung der Wasserkraft über die Papierherstellung zur Holzfaser kam. Dämmung von Gutex ist das ständig verbesserte Ergebnis jahrzehntelangen Erfindungsreichtums. Zugleich arbeitet sie mit dem Material, das unsere Region hier prägt. Und natürlich wollen wir auch einen Beitrag zu den natürlichen Kreisläufen der Natur liefern – übrigens auch dann, wenn eine Dämmung von uns ihren langen Lebenszyklus bereits hinter sich hat.

Können Sie uns den Weg der Holzfaser kurz skizzieren – vom Baum im Wald bis zur fertigen Holzfaserplatte?

Wir beziehen zwei Arten von überwiegend regionalen Hölzern: zum einen Holzhackschnitzel, zum anderen Rundhölzer, also zerteilte Stämme, die von der Rinde befreit und zerkleinert werden. Sie werden in einem aufwändigen Verfahren getrocknet und dann zu weichen oder festen Dämmplatten oder loser Einblaswolle verarbeitet.

Für das Sedus Produkt se:hive mussten die Holzfaserplatten „biegbar“ gemacht werden. Hierfür haben die Teams von Gutex und Sedus eng kooperiert. Wie verlief die Zusammenarbeit mit Sedus und dem se:hive Designer Konstantin Thomas?

Es war mit Sicherheit kein Schnellschuss, sondern ein längerer Prozess, bis dieses tolle Ergebnis feststand. Wir waren neugierig und haben einiges an Material angeliefert, Konstantin Thomas hat mit seinen Ideen und der richtigen Technik dann dafür gesorgt, dass dieses einzigartige Produkt zustande kommt.

Was denken Sie: Könnten sich durch die „biegbaren“ Platten weitere neue Anwendungsbereiche für Gutex eröffnen?

Im Bereich Fassade und Dächern bei Neubau oder Sanierung spielt dies bei uns bisher keine große Rolle. Sedus steht mit dieser Idee fürs Interior noch sehr exklusiv da im Reigen unserer Referenzen.

Holzfaser gilt als besonders wohltuend für das Raumklima. Woran liegt das?

Holzfaser zeichnet sich durch drei Eigenschaften aus, die andere Dämmstoffe so nicht kombinieren: hohe Wärmespeicherkapazität, diffusionsoffene Konstruktionen und natürliche Feuchtepufferung. Dadurch stabilisiert sie das Raumklima und schützt vor Bauschäden.

Bei se:hive geht es nicht nur um Akustik, sondern um Atmosphäre. Wie hat Gutex dazu beigetragen, dass das Produkt diese besondere Wärme und Natürlichkeit ausstrahlt?

Zunächst vielleicht einfach durch das beruhigende Gefühl, dass es sich hier um ein natürliches Produkt aus Holz und nichts Synthetisches handelt. Der Rest ist mit Sicherheit auch dem Sedus Design und den hochwertigen Stoffen geschuldet.

Welche neuen Erkenntnisse oder Inspirationen haben Sie aus der Kooperation mit Sedus gewonnen?

Dass es wunderbar passt, wenn zwei Unternehmen in einer Nachbarschaft von gerade einmal zehn Kilometer ihre Ambitionen zusammenbringen. Es kommt hier einiges an Innovationskraft, gestalterischer Fähigkeit, aber auch Tradition zusammen. Wir finden, dass man dies dem Ergebnis der Kooperation großartig anmerkt.

Fazit: Regionale Stärke, gemeinsame Vision

Die Kooperation zwischen Sedus und Gutex zeigt eindrucksvoll, welches Potenzial entsteht, wenn Materialkompetenz, Gestaltung und gemeinsame Werte aufeinandertreffen. se:hive ist damit nicht nur eine Akustiklösung, sondern Ausdruck eines ganzheitlichen Verständnisses von Nachhaltigkeit, Atmosphäre und Verantwortung.

Wer mehr über die gestalterische Idee hinter se:hive und die Zusammenarbeit mit Gutex erfahren möchte, findet im Sedus LOOKBOOK N° 03 ein vertiefendes Interview mit dem Designer Konstantin Thomas, der den Weg von der Materialentscheidung bis zum modularen Systemgedanken erläutert.

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