Fokus gestalten: Multisensorisches Design für konzentriertes Arbeiten

Fokus gestalten: Multisensorisches Design für konzentriertes Arbeiten

Das von I-AM Studio entwickelte Projekt zeigt eindrucksvoll, wie sich Fokus nicht nur organisatorisch, sondern vor allem räumlich gestalten lässt.

Konzentration als räumliche Qualität

Im Zentrum des Gestaltungskonzepts steht eine zentrale Erkenntnis: Konzentration entsteht nicht allein durch die Abwesenheit von Ablenkung. Vielmehr braucht sie Umgebungen, die Menschen ein Gefühl von Sicherheit, Verankerung und Kontrolle vermitteln.

Die Architekten von I-AM beschreiben ihren Ansatz so:

„Konzentration ist ein Zustand, der durch die räumliche Gestaltung unterstützt werden muss. Konzentrationsförderndes Design bedeutet mehr als nur die Beseitigung von Ablenkungen – es geht darum, Umgebungen zu schaffen, in denen sich Menschen verankert, sicher und in Kontrolle über ihre Aufmerksamkeit fühlen.“

Grundlage des Konzepts sind zwei eng miteinander verbundene Prinzipien:

  • Multisensorische Erfahrungen
  • Gezielte Steuerung mentaler Energie

Neurowissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass insbesondere taktile und propriozeptive Reize – also Sinneseindrücke, die Körperwahrnehmung und Raumgefühl betreffen – entscheidend dazu beitragen, den sogenannten peripersonalen Raum zu stabilisieren. Dieses Gefühl der räumlichen Verortung schafft die Voraussetzung für anhaltende Aufmerksamkeit.

Multisensorisches Design für stabile Aufmerksamkeit

Um diese Bedingungen zu fördern, wurden Materialien, Farben, Licht und Akustik präzise aufeinander abgestimmt.

  • Matte Oberflächen reduzieren visuelle Unruhe
  • Sanfte, indirekte Beleuchtung unterstützt eine ruhige Atmosphäre
  • Neutrale Farbtöne fördern emotionale Ausgeglichenheit
  • Schallabsorbierende Materialien minimieren akustische Ablenkungen

Das Ergebnis ist ein harmonisches Sinneserlebnis, das klare, kohärente Signale sendet – und so die Konzentrationsfähigkeit unterstützt.

Fließende Übergänge statt starrer Trennung

Obwohl kollaborative Arbeitsformen im neuen Hauptsitz eine zentrale Rolle spielen, sind Fokusbereiche stets leicht erreichbar. Der Grundriss verzichtet bewusst auf harte Abgrenzungen und setzt stattdessen auf Übergangszonen, die einen intuitiven Wechsel zwischen Kommunikations- und Konzentrationsbereichen ermöglichen.

So entstehen Räume, die flexibel genutzt werden können – etwa Nischen in unmittelbarer Nähe zu Loungebereichen, die sowohl für kurze Abstimmungen als auch für individuelle Fokusphasen geeignet sind.

„Bei I-AM glauben wir, dass Konzentration nicht nur mit Stille zu tun hat – es geht um Selbstbestimmung“, erklären die Architekten.

Diese Haltung spiegelt sich in der gesamten Planung wider: Mitarbeitende können je nach Aufgabe, Energielevel und persönlicher Präferenz frei wählen, wo und wie sie arbeiten möchten.

Differenzierte Fokus-Räume für unterschiedliche Anforderungen

Der Hauptsitz von Ford Otosan bietet auf 1.400 m² eine großzügige Vielfalt an Arbeitsbereichen, die gezielt auf verschiedene kognitive Bedürfnisse zugeschnitten sind:

  • Räume für intensive Konzentration: Abgeschlossene, minimalistisch gestaltete Räume für längere Phasen fokussierter Einzelarbeit
  • Ruhezonen: Gemeinsame, ruhige Schreibtischbereiche mit reduzierter Reizdichte
  • Halbgeschlossene Nischen: Arbeitsplätze mit akustischer Abschirmung und visuellem Schutz
  • Periphere Soft-Zonen: Ruhige Bereiche in Randlagen nahe Gemeinschaftsflächen – ideal für kurze, konzentrierte Aufgaben

Jeder dieser Räume folgt demselben Leitgedanken: Menschen dabei zu unterstützen, sich präsent, sicher und fokussiert zu fühlen.

Fazit: Fokus braucht mehr als Ruhe

Das Projekt von Ford Otosan zeigt, dass die Förderung von Konzentration weit über klassische Maßnahmen wie Lärmminderung hinausgeht. Entscheidend ist eine Umgebung, die über die Sinne kommuniziert, Orientierung bietet und mentale Energie gezielt lenkt.

Ein Ansatz, der auf der sensorischen Wahrnehmung des Menschen basiert – und Arbeitsräume schafft, die alle Dimensionen moderner Arbeit unterstützen: Zusammenarbeit, Flexibilität und tiefe Konzentration.

Mehr Anwendungsbeispiele für Fokus-Büros finden Sie in der neuesten Sedus INSIGHTS Ausgabe Nº 20.

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