Wie können Arbeitsplätze generationenübergreifend wirklich inklusiv werden?

Warum inklusive Arbeitswelten heute wichtiger sind denn je

Wie können Arbeitsplätze generationenübergreifend wirklich inklusiv werden?

Die Clerkenwell Design Week zählt heute zu den wichtigsten Designfestivals weltweit. Im Londoner Stadtteil Clerkenwell — Heimat einer außergewöhnlich hohen Dichte an Kreativstudios und Architekturbüros — treffen internationale Interior Brands, Designer und Workplace-Experten aufeinander, um über die Zukunft von Gestaltung, Arbeit und Architektur zu diskutieren. 

Mitten in diesem kreativen Umfeld hat Sedus seinen Londoner Showroom neu gestaltet — als Ort für Austausch, Inspiration und neue Perspektiven auf die Arbeitswelt von morgen. 

Im Mittelpunkt des Talks stand eine Frage, die Unternehmen aktuell stärker beschäftigt denn je: Wie lassen sich Arbeitsplätze schaffen, in denen Menschen mit ganz unterschiedlichen Bedürfnissen wirklich gut arbeiten können? ### Denn die Herausforderung moderner Arbeitswelten besteht längst nicht mehr nur darin, Mitarbeitende zurück ins Büro zu holen. Vielmehr geht es darum, Arbeitsumgebungen zu gestalten, die Konzentration, Wohlbefinden und Produktivität gleichermaßen unterstützen.

 

The future of work will not be defined by how many people we can fit into a workplace, but by how many different people we can enable to thrive within it.

Hannah Nardini, workplace strategist bei WKspace

Die unterschätzte Realität moderner Arbeitswelten

Die Ergebnisse der von WKspace durchgeführten Studie zeigen deutlich, wie groß dieser Handlungsbedarf inzwischen geworden ist. Für die Untersuchung wurden 10.000 Büroangestellte in Großbritannien befragt. Fast die Hälfte der Teilnehmenden — 48 Prozent — gab an, dass neurodivergente Merkmale, mentale oder körperliche Belastungen oder sensorische Sensibilitäten ihren Arbeitsalltag beeinflussen. 

Eine Zahl, die selbst Hannah Nardini überrascht hat. 

Viele dieser Bedürfnisse bleiben im Arbeitsalltag unsichtbar. Genau darin liegt laut Nardini eines der größten Probleme moderner Arbeitswelten: Büros werden häufig noch immer für einen vermeintlichen Durchschnitt geplant — obwohl es diesen längst nicht mehr gibt.

Warum Lärm zum größten Stressfaktor im Büro geworden ist

Besonders deutlich wurde im Vortrag, wie stark die physische Arbeitsumgebung Konzentration, Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit beeinflusst. Der mit Abstand größte Belastungsfaktor: Lärm. 

In nahezu allen Bereichen der Studie tauchte das Thema Noise als häufigste Herausforderung auf. Hinzu kamen visuelle Ablenkungen, überfüllte Open-Plan-Flächen und fehlende Rückzugsorte. Viele Mitarbeitende beschrieben das Gefühl permanenter Unterbrechung. Kleine Reize summieren sich über den Tag hinweg zu einer dauerhaften kognitiven Belastung. 

Gerade diese „cumulative stressors“, wie Hannah Nardini sie beschreibt, führen langfristig zu Erschöpfung, sinkender Konzentration und Stress.

Inklusive Arbeitsplätze brauchen mehr als gutes Design

Immer wieder wurde deutlich, dass inklusive Arbeitswelten weit über klassische Accessibility-Themen hinausgehen. Es geht nicht nur um einzelne Maßnahmen oder gesetzliche Anforderungen. Vielmehr geht es um die Frage, wie sich Menschen im Arbeitsalltag tatsächlich fühlen. 

Können sie sich konzentrieren? 

Fühlen sie sich respektiert? 

Können sie offen über ihre Bedürfnisse sprechen? 

Gerade beim Thema psychologische Sicherheit zeigte die Studie deutliche Defizite. Obwohl viele Unternehmen heute offen über mentale Gesundheit, Neurodiversität oder Inklusion sprechen, fühlen sich nur 28 Prozent der Befragten wirklich sicher genug, ihre Bedürfnisse offen anzusprechen.

Die Zukunft der Arbeit muss menschlicher werden

Die Studie macht außerdem deutlich, dass bessere Arbeitsumgebungen direkte Auswirkungen auf Unternehmen hätten. 

77 Prozent der Befragten glauben, dass sie mit besseren Bedingungen deutlich produktiver arbeiten könnten. 

Gleichzeitig würden 62 Prozent einen Arbeitgeberwechsel in Betracht ziehen, wenn sich ihre Arbeitsbedingungen nicht verbessern. 

Damit wird klar: Inklusive Arbeitsplatzgestaltung ist längst kein Randthema mehr. Sie entwickelt sich zu einem entscheidenden Faktor für Produktivität, Mitarbeiterbindung und die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen. 

Oder wie Hannah Nardini es formuliert:

 

Inclusive workplaces are not about lowering expectations, they are about removing unnecessary barriers so people can perform at their best.

Hannah Nardini, workplace strategist bei WKspace

Am Ende blieb vor allem eine Erkenntnis hängen: Die Arbeitswelt der Zukunft muss menschlicher werden. 

Nicht standardisierter. Nicht dichter. Nicht lauter. 

Sondern flexibler, vielfältiger und bewusster gestaltet — damit möglichst viele Menschen darin ihr Potenzial entfalten können.

 

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