Arbeiten bei Sedus: Wie entsteht Vertrauen in ein Produkt?

Arbeiten bei Sedus: Wie entsteht Vertrauen in ein Produkt?

Thomas Vogelbacher, Diplom-Ingenieur für Maschinenbau und Project Manager Prototyping, arbeitet seit über dreißig Jahren bei Sedus. Was ihn bis heute motiviert, beschreibt er selbst so: „Nach über drei Jahrzehnten im Labor ist der Alltag immer noch alles andere als Routine.“

Wo Qualität sichtbar wird

Das Prüflabor ist ein fester Bestandteil der Produktentwicklung. Hier werden Möbel und Komponenten unter realistischen, oft sogar extremen Bedingungen getestet, bevor sie in Serie gehen. Mehr als dreißig Prüfstände ermöglichen Untersuchungen zu Klimabelastung, Materialverhalten und mechanischer Beanspruchung.

Für Sedus geht es dabei nicht nur um Normerfüllung, sondern um langfristige Zuverlässigkeit. Vogelbacher bringt diesen Anspruch auf den Punkt: „Normen definieren Mindestanforderungen. Unser Ziel ist es, Produkte zu entwickeln, die über viele Jahre hinweg zuverlässig funktionieren.“

Das eigene Prüflabor macht genau das möglich. Erfahrungen aus Jahrzehnten fließen direkt in die Entwicklung ein, Materialien werden bewertet und Konstruktionen überprüft. So lassen sich Probleme erkennen, lange bevor sie beim Kunden auftreten.

Begleiter der Entwicklung von Anfang an

Die Arbeit im Prüflabor beginnt oft schon in frühen Entwicklungsphasen. Prototypen werden getestet, Berechnungen aus der Konstruktion überprüft und ergonomische Anforderungen bewertet. Gleichzeitig liefern die Prüfungen die Grundlage für Zertifizierungen und die rechtliche Nachweisführung zur Produktsicherheit.

Dabei geht es nicht nur um Technik, sondern auch um Verantwortung. Vogelbacher beschreibt die Rolle seines Teams so: „Unsere Aufgabe ist es, Risiken früh zu erkennen und sicherzustellen, dass nur sichere Produkte in den Markt gelangen.“

Tests, die an Grenzen gehen

Viele Prüfungen gehen deutlich über die normale Nutzung hinaus. Manche Stühle laufen monatelang in Dauerbelastungstests, Bauteile werden mit extrem hohen Kräften belastet und Materialien auf Verschleiß geprüft. Ziel ist es, auch Grenzsituationen sicher abzudecken.

„Wir prüfen bewusst härter, als es im Alltag zu erwarten ist“, erklärt Vogelbacher. „Nur so können wir sicherstellen, dass Produkte langfristig funktionieren.“

Die Prüfverfahren orientieren sich an internationalen Normen, werden aber durch interne Anforderungen ergänzt. Erfahrungen aus Reklamationen, Praxiseinsätzen oder neuen Bauarten fließen kontinuierlich ein. Wenn neue Funktionsprinzipien entstehen, entwickelt das Prüflabor sogar eigene Prüfmethoden.

Alltag zwischen Präzision und Tüftelarbeit

Der Arbeitstag im Prüflabor ist strukturiert, aber selten monoton. Viele Prüfstände laufen über lange Zeiträume hinweg und müssen regelmäßig kontrolliert werden. Prüfaufträge werden dokumentiert, Ergebnisse ausgewertet und neue Versuche vorbereitet. Gleichzeitig gehören Wartung und Kalibrierung der Anlagen dazu, denn verlässliche Messergebnisse sind die Grundlage jeder Entscheidung.

Immer wieder ist auch Kreativität gefragt. Für spezielle Fragestellungen werden individuelle Prüfaufbauten entwickelt. Genau diese Mischung macht für Vogelbacher den Reiz der Arbeit aus: „Jedes neue Produkt bringt neue Herausforderungen mit sich. Genau das macht unsere Arbeit spannend.“

Einfluss auf Qualität und Nachhaltigkeit

Die Ergebnisse aus dem Prüflabor haben direkten Einfluss auf die Produktgestaltung. Konstruktionen können frühzeitig angepasst werden, um Reklamationen zu vermeiden oder Sicherheitsreserven zu schaffen. Besonders bei neuen Materialien zeigt sich die Bedeutung dieser Arbeit, etwa wenn Rezyklat-Kunststoffe größere Schwankungen aufweisen als Neuware.

Auch Nachhaltigkeit hängt eng mit der Laborarbeit zusammen. Langlebige Produkte müssen seltener ersetzt werden und können häufig wiederaufbereitet werden. Das Prüflabor liefert die Daten, die solche Entscheidungen ermöglichen.

Blick in die Zukunft

Die Arbeit im Prüflabor entwickelt sich stetig weiter. Digitalisierung und Simulation helfen bereits heute, Schwachstellen früher zu erkennen und Entwicklungsprozesse effizienter zu gestalten. Dennoch bleibt die reale Prüfung am physischen Produkt unverzichtbar.

Vogelbacher formuliert es klar: „Simulation kann vieles unterstützen, aber die finale Bestätigung muss immer am realen Produkt erfolgen.“

Warum das Prüflabor für Sedus unverzichtbar ist

Am Ende erfüllt das Prüflabor eine zentrale Aufgabe: Es schafft Vertrauen. Vertrauen in die Sicherheit eines Produkts, in seine Langlebigkeit und in seine Qualität.

Oder, wie Thomas Vogelbacher es selbst zusammenfasst: „Unser Prüflabor sichert Qualität, reduziert Risiken, beschleunigt die Markteinführung und schafft Vertrauen bei unseren Kunden.“

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