Konzentration und Kollaboration im Gleichgewicht

Konzentration und Kollaboration im Gleichgewicht

Wie Tetra Pak mit kognitiver Zonierung neue Arbeitswelten gestaltet

Hybrides Arbeiten stellt Büros vor eine neue Herausforderung: Sie müssen Orte der Begegnung bleiben – und zugleich Umgebungen bieten, in denen konzentriertes Arbeiten möglich ist. Die Fallstudie von Tetra Pak zeigt exemplarisch, wie dieses Spannungsfeld durch eine bewusste räumliche Strategie aufgelöst werden kann. 

Im Rahmen der globalen Initiative „Future Work Experience“ entwickelt Tetra Pak seine Bürostandorte weltweit weiter – mit dem Ziel, Autonomie, Wohlbefinden und Inklusion zu stärken. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Frage, wie Arbeitsumgebungen sowohl Zusammenarbeit als auch unterschiedliche Formen von Konzentration unterstützen können. 

Kognitive Zonierung statt Einheitslösung

Zentraler Bestandteil des Konzepts ist die sogenannte kognitive Zonierung. Statt Büros nach klassischen Funktionslogiken zu strukturieren, werden Räume entlang des erforderlichen Grades an sensorischer Stimulation organisiert. Unterschiedliche Tätigkeiten – von lebendigem Austausch bis zu tiefer Einzelarbeit – benötigen unterschiedliche räumliche Bedingungen, oft sogar innerhalb eines einzigen Arbeitstages. 

Diese Zonierung schafft ein fein abgestuftes Spektrum an Arbeitsumgebungen: 
von offenen, kommunikativen Bereichen mit höherer Stimulation bis hin zu ruhigen, abgeschirmten Zonen mit geringer sensorischer Belastung. Mitarbeitende können je nach Aufgabe, persönlicher Präferenz und mentalem Zustand den passenden Ort wählen. 

Globale Strategie, lokal übersetzt

Besonders deutlich wird dieser Ansatz an den Standorten Tokio (Japan) und Warschau (Polen), die von tp bennett im Einklang mit der globalen Strategie umgesetzt wurden – jedoch mit unterschiedlichen räumlichen Ausprägungen. 

In Tokio ist die Trennung zwischen kollaborativen und konzentrierten Bereichen klar und strukturiert. Ruhige Arbeitsplätze sind über das Büro verteilt, teilweise entlang der Fassaden, mit nach außen orientierten Arbeitsplätzen. Diffuse, regulierbare Beleuchtung sowie gezielte akustische Maßnahmen sorgen dafür, dass sich sowohl hypo- als auch hypersensible Nutzer wohlfühlen. 

In Warschau hingegen ist der Übergang zwischen den Zonen fließender gestaltet. Bereiche mit hoher Stimulation – etwa Treffpunkte und soziale Zonen – sind gebündelt, während ruhigere Arbeitsbereiche bewusst weiter entfernt liegen. Eine offene Ruhezone ist in den Gesamtgrundriss integriert und wird durch klare Nutzungsregeln geschützt. Für höhere Anforderungen an Rückzug stehen zusätzlich geschlossene Fokusräume zur Verfügung. 

Wahlfreiheit als Teil des Raumkonzepts

Ein besonderes Merkmal der Projekte ist die Gestaltung der Zugangswege. Mehrere Eingänge führen durch Zonen unterschiedlicher Stimulation. So können Mitarbeitende bereits beim Betreten des Büros entscheiden, welchen Weg sie wählen – abhängig von ihrer mentalen Verfassung oder den geplanten Tätigkeiten. 

Diese räumliche Wahlfreiheit stärkt das Gefühl von Kontrolle und Autonomie. Der Arbeitsplatz wird nicht als fest zugewiesener Ort verstanden, sondern als dynamisches System, das sich an wechselnde Bedürfnisse anpasst. 

Neurodiversität und Wohlbefinden im Fokus

Die Tetra Pak Studie macht deutlich, dass konzentrationsfördernde Arbeitswelten nicht nur durch die Reduktion von Ablenkungen entstehen. Entscheidend ist vielmehr eine sensorische Ausgewogenheit, die unterschiedliche Wahrnehmungen berücksichtigt. 

Materialien, Licht, Akustik und räumliche Hierarchien sind so gestaltet, dass sie Orientierung geben und den sogenannten peripersonalen Raum stabilisieren – eine wichtige Voraussetzung für Aufmerksamkeit, Sicherheit und kognitive Leistungsfähigkeit. Dieser Ansatz unterstützt gezielt auch neurodiverse Mitarbeitende und unterschiedliche Arbeitsstile. 

Ein Modell für die Arbeitswelt von morgen

Die Tetra Pak Standorte in Tokio und Warschau zeigen, wie sich eine globale Arbeitsplatzstrategie erfolgreich mit lokalen kulturellen Kontexten verbinden lässt. Durch kognitive Zonierung, klare Übergänge und vielfältige Arbeitsumgebungen entsteht ein Büro, das sowohl Kollaboration als auch Konzentration ermöglicht – ohne Kompromisse. 

Die Fallstudie verdeutlicht: Zukunftsfähige Büros sind keine Einheitsräume. Sie sind vielfältige, anpassungsfähige Landschaften, die Menschen dabei unterstützen, je nach Aufgabe, Energielevel und persönlichem Rhythmus ihr Bestes zu leisten. 

Mehr dieser Anwendungsbeispiele für Fokus-Büros finden Sie in der Sedus INSIGHTS Nº 20.

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