Nachhaltigkeitsmanagement, das wirkt: Bessere Produkte durch kleineren CO₂-Fußabdruck

Nachhaltigkeitsmanagement, das wirkt: Bessere Produkte durch kleineren CO₂-Fußabdruck

Nachhaltigkeit als Kern der Produktentwicklung

Nachhaltigkeit ist längst kein Randthema mehr, sondern prägt die Produktentwicklung maßgeblich. Besonders bei neuen Produkten steht die Frage im Fokus, wie sich ökologische Auswirkungen systematisch verringern lassen. Zwei zentrale Hebel sind dabei entscheidend:  

  • der verstärkte Einsatz recycelter Materialien
  • und die konsequente Reduktion des CO₂-Fußabdrucks über den gesamten Produktlebenszyklus.

Mit klar definierten Prozessen, standardisierten Ökobilanzen und langfristigen Klimazielen setzen wir Nachhaltigkeit nicht nur um, sondern entwickeln sie kontinuierlich weiter. Niklas Flum, Sustainability Specialist bei Sedus, erklärt, wie wir dabei vorgehen.

 

Welche Nachhaltigkeitsziele verfolgen wir in der Produktentwicklung?

Wir konzentrieren uns auf zwei Schwerpunkte: Erstens erhöhen wir den Anteil recycelter Materialien in unseren Produkten. Wo technisch möglich, ersetzen wir Primärmaterialien durch Sekundärmaterialien. Zweitens reduzieren wir den CO₂-Fußabdruck systematisch. Jährlich analysieren wir den aktuellen Fußabdruck unseres Portfolios und leiten daraus konkrete Ziele für Neuentwicklungen ab. So senken wir sowohl den Gesamtfußabdruck als auch den der einzelnen Produktgruppen. Unser Engagement für die Science Based Targets gibt den langfristigen Reduktionspfad vor: Bis 2050 wollen wir unsere Emissionen um 90 % senken – auch die unserer Produkte.

Wie berechnen wir den CO₂-Fußabdruck neuer Produkte?

Wir folgen einem standardisierten Prozess. Gemeinsam mit dem Produktmanagement legen wir fest, für welche Konfigurationen ein Product Carbon Footprint berechnet wird. Aufgrund der Variantenvielfalt konzentrieren wir uns auf die meistverkauften und aus Nachhaltigkeitssicht relevanten Varianten.

Ein Beispiel: Die Wahl des Fußmaterials – Kunststoff, Aluminium oder Holz – beeinflusst die Ökobilanz stärker als Unterschiede bei Armlehnen. Während Armlehnen meist aus denselben Materialien bestehen, variieren die Füße in Material und Gewicht erheblich. 

Die Berechnung basiert auf der Stückliste des Produkts. Diese enthält alle Teile und Komponenten mit Angaben zu Materialart, Gewicht und Rezyklatanteil. Ergänzt werden diese Daten durch Informationen zu Transportwegen und Energieverbrauch in der Produktion. Auf dieser Grundlage ermitteln wir den Product Carbon Footprint.

 

Wie oft berechnen wir den CO₂-Fußabdruck – und wie sichern wir die Vergleichbarkeit?

Für jedes neue Produkt bilanzieren wir ausgewählte Konfigurationen und dokumentieren die Ergebnisse in unseren Environmental Product Information (EPI). Änderungen am Produkt führen zu einer Aktualisierung der Werte. Am Jahresende erstellen wir einen Gesamtbericht, der die tatsächlich verkauften Stückzahlen berücksichtigt. So berechnen wir den CO₂-Fußabdruck des gesamten Portfolios und analysieren die Entwicklung des durchschnittlichen Rezyklatanteils sowie des CO₂-Fußabdrucks je Produktgruppe.

Unsere Ökobilanzen folgen der DIN EN 15804, die europaweit einheitliche Standards für die Berechnung und Darstellung von Umweltauswirkungen vorgibt. Das sichert die Vergleichbarkeit.

 

Welche Ergebnisse zeigen die letzten Analysen?

Unsere jüngste Analyse bestätigt: Wir sind auf einem guten Weg, den CO₂-Fußabdruck zu senken. Besonders Neuentwicklungen wie der quarterback 2 und der se:do pro 2 haben dazu beigetragen.

Die Gesamtemissionen und die Werte einzelner Produktgruppen konnten deutlich reduziert werden. Der quarterback 2 erreicht einen CO₂-Fußabdruck von 67,9 kg CO₂e, der se:do pro 2 liegt bei 68,9 kg CO₂e. Zum Vergleich: 2020 lag der durchschnittliche Fußabdruck unserer Drehstühle noch bei 105 kg CO₂e. Bis 2025 wollen wir diesen Wert auf 94 kg CO₂e senken.

Ein wesentlicher Faktor für diese Fortschritte ist der steigende Anteil recycelter Materialien. Der quarterback 2 besteht zu knapp 50 % aus recycelten Materialien – sein Vorgänger kam auf 27 %.

 

Welche Faktoren beeinflussen den CO₂-Fußabdruck am stärksten?

Die größten Emissionen entstehen in der Rohstoffbeschaffung (Phase A1). Hier setzen wir an, indem wir recycelte Materialien verwenden, das Gesamtgewicht reduzieren und so den Materialeinsatz verringern. 

Transport und Produktion spielen eine nachgelagerte Rolle, profitieren aber ebenfalls von gezielten Maßnahmen. Rund 90 % unseres Einkaufsvolumens stammt aus Europa, 66 % aus Deutschland – das minimiert Transportwege. Zudem produzieren wir mit 100 % Ökostrom, was die Emissionen in der Fertigung deutlich senkt. 

 

Wie setzen wir Optimierungen konkret um?  

Der quarterback 2 und der se:do pro 2 zeigen, wie wir unsere Nachhaltigkeitsstrategie umsetzen. Beide Modelle enthalten deutlich mehr recycelte Materialien als ihre Vorgänger.

Ein Vergleich: 

  • quarterback: 27 % recycelte Materialien, 93,8 kg CO₂e
  • quarterback 2: knapp 50 % recycelte Materialien, 67,9 kg CO₂e

Der Fortschritt wird besonders im Vergleich zum durchschnittlichen CO₂-Fußabdruck unseres Drehstuhlportfolios (94 kg CO₂e) sichtbar.

 

Welche nächsten Schritte planen wir?  

Wir wollen den Einsatz recycelter Materialien weiter ausbauen und verstärkt biobasierte Materialien nutzen. Ein Beispiel ist der Loungesessel se:cove, bei dem wir erstmals einen Schaum mit 30 % biobasiertem Anteil eingesetzt haben. Solche Ansätze wollen wir künftig häufiger umsetzen.

Zudem rückt die Kreislauffähigkeit unserer Produkte stärker in den Fokus. Aktuell arbeiten wir an einem Geschäftsmodell, das die Aspekte der Wiederaufbereitung (Refurbishment) und Second-Life-Konzept stärker in den Fokus rückt. Ziel ist es, Produkte so zu gestalten, dass sie möglichst lange im Kreislauf bleiben.

 

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