Was steckt hinter dem AGR-Gütesiegel – und warum es bei Sedus mehr ist als ein Label

Was steckt hinter dem AGR-Gütesiegel – und warum es bei Sedus mehr ist als ein Label

AGR-Gütesiegel: „kein Marketing-Label, sondern eine echte Prüfung“

Das AGR-Gütesiegel gehört zu den anerkanntesten Auszeichnungen für rückengerechte Produkte in Europa. Entwickelt wurde es bereits 1995 – gemeinsam mit den beiden größten deutschen Rückenschulverbänden: dem Forum Gesunder Rücken – besser leben e. V. und dem Bundesverband deutscher Rückenschulen e. V. 

Detlef Detjen bringt die Bedeutung des Siegels direkt auf den Punkt: „Das AGR-Gütesiegel ‚Geprüft & empfohlen‘ ist eines der anerkanntesten Gütesiegel für rückengerechte Produkte in Europa.“ 

Was hinter dem Siegel steckt, ist für viele Verbraucher nicht sofort sichtbar. Deshalb betont Detjen, wofür AGR steht: 

In einem Markt mit unzähligen selbst verliehenen ‚Qualitätssiegeln‘ ist die EU-Gewährleistungsmarke ein objektiver Nachweis: Das AGR-Siegel ist kein Marketing-Label, sondern eine echte ergonomische Qualitätsprüfung.

Detlef Detjen

Das Siegel steht für drei zentrale Prinzipien:

 

  • Unabhängigkeit: Geprüft von einer unabhängigen interdisziplinären Expertenkommission aus Ärzten, Therapeuten und Sportwissenschaftlern – völlig frei von Industrieeinfluss 

  • Wissenschaftlichkeit: Strenge medizinisch-therapeutische Prüfkriterien auf Basis aktueller Erkenntnisse zur Rückengesundheit 

  • Orientierung: Eine verlässliche Entscheidungshilfe für Verbraucher, Unternehmen und Multiplikatoren im „Produktdschungel“ 

„Vermeidet Fehlkäufe“ – der Nutzen für Verbraucher und Unternehmen

Wenn Menschen ein ergonomisches Produkt kaufen, wollen sie vor allem sicher sein: Ist es wirklich gut – oder nur gut beschrieben? Genau hier setzt das AGR-Siegel an. 

Detjen beschreibt den konkreten Nutzen so: „Für Verbraucher bedeutet das: transparente Kennzeichnung wirklich rückengerechter Produkte – und damit die Vermeidung von Fehlkäufen.“ 

Für Unternehmen spielt zusätzlich die Nachweisbarkeit eine große Rolle – insbesondere in Ausschreibungen und Beschaffungsprozessen: „Für Unternehmen ist das AGR-Siegel ein Nachweis ergonomischer Qualität bei Ausschreibungen und Beschaffungsprozessen.“ 

Und im größeren Zusammenhang geht es um Prävention: „Für die Gesundheit bedeutet das: Prävention und Reduzierung von Rückenbeschwerden durch nachweislich ergonomische Arbeitsplatzausstattung.“ 

Welche Anforderungen müssen Produkte erfüllen?

Detjen macht klar: Das AGR-Gütesiegel gibt es nicht für „Ergonomie nach Gefühl“, sondern nur für Produkte, die die Rückengesundheit nachweisbar unterstützen „Grundsätzlich müssen alle Produkte nachweisbar die Rückengesundheit fördern und nicht nur ergonomische Kompromisse darstellen.“ 

 

Die allgemeinen Grundprinzipien lauten: 

  • Bewegungsförderung: Das Produkt muss aktive Bewegung ermöglichen und unterstützen. 

  • Individuelle Anpassbarkeit: Unterschiedliche Körpermaße und Bedürfnisse müssen berücksichtigt werden. 

  • Intuitive Bedienung: Einstellmöglichkeiten müssen leicht erreichbar und verständlich sein. 

  • Wissenschaftliche Fundierung: Wirksamkeit muss durch Studien oder ergonomische Gutachten belegt sein. 

 

Gerade bei Sitzmöbeln achtet die AGR besonders auf Kriterien wie: 

  • Synchronmechanik oder vergleichbare Technologie 

  • Einstellbaren Rückenanlehndruck 

  • Lordosenstütze 

  • Sitztiefen- und Neigeverstellung 

  • Sitztiefenfederung 

  • 3D/4D-Armlehnen 

  • hochwertige Polsterung (Komfort und Stützfunktion in Balance) 

Bei Arbeitsplatzsystemen stehen Merkmale wie Höhenvariabilität, Stabilität und schnelle Verstellbarkeit im Fokus – damit Sitz-Steh-Wechsel im Alltag wirklich stattfinden. 

So läuft die Prüfung ab: „mehrstufig und transparent“

Dass das Siegel eine so hohe Akzeptanz genießt, liegt auch am Prozess. Der ist bewusst klar strukturiert – und soll maximale Glaubwürdigkeit gewährleisten. 

Detjen beschreibt den Prüfprozess als: „mehrstufig und transparent gestaltet, um höchste Glaubwürdigkeit zu gewährleisten.“ 

 

Der Prozess umfasst: 

  1. Bewerbung: Hersteller reichen Produktinformationen und ergonomische Nachweise ein. 

  2. Vorprüfung: Ein Mitglied des Prüfungsgremiums besucht den Hersteller vor Ort, begutachtet das Produkt und prüft Studien sowie Gutachten. 

  3. Hauptprüfung: Zweimal jährlich werden Produkte dem gesamten Gremium präsentiert, praktisch demonstriert und intensiv getestet. Danach fällt die Entscheidung zur Siegelvergabe. 

  4. Nach der Zertifizierung: Änderungen müssen gemeldet werden, gegebenenfalls erfolgt eine Nachprüfung. So bleibt die Qualität dauerhaft gesichert. 

Warum Sedus Produkte ausgezeichnet wurden: „durchgängig hohes ergonomisches Niveau“

Mehrere Sedus Produkte – darunter Bürostühle, höhenverstellbare Schreibtische und Rückzugsräume – tragen das AGR-Gütesiegel. Für die AGR-Prüfkommission ist das Ergebnis keine Momentaufnahme, sondern Ausdruck kontinuierlicher Entwicklung. 

Detjen sagt: „Die Auszeichnung der Sedus Produkte mit dem AGR-Gütesiegel ist das Ergebnis jahrzehntelanger Expertise in ergonomischer Produktentwicklung.“ 

Was besonders überzeugt hat: „Die Sedus Produkte erfüllen seit nunmehr 30 Jahren nicht nur einzelne Kriterien, sondern bieten ein durchgängig hohes ergonomisches Niveau – von der Mechanik über die Bedienelemente bis zur Materialqualität.“ 

 

Bürostühle: Bewegung + Anpassbarkeit + Anatomie 

Bei Sedus Stühlen waren entscheidend: 

  • Dynamisches Sitzen: Synchron- und Kinetic-Mechaniken fördern natürliche Bewegungen und Haltungswechsel 

  • Intuitive Einstellbarkeit: Sitzhöhe, Sitztiefe, Lordosenstütze, Armlehnen 

  • Anatomische Rückenlehnen mit wirksamer Lendenwirbelunterstützung 

  • Qualität & Langlebigkeit 

 

Schreibtische: Sitz-Steh-Dynamik 

Bei höhenverstellbaren Schreibtischen: 

  • Stufenlose Höhenverstellung 

  • Stabile Konstruktion auch in maximaler Höhe 

  • Förderung häufiger Haltungswechsel 

 

Rückzugsräume: Gesundheit im Raumkonzept 

Bei Rückzugsräumen zählen: 

  • Akustische Optimierung 

  • Ergonomische Integration von Sitzmöbeln und Arbeitsflächen 

  • Flexibilität für verschiedene Nutzungsszenarien 

se:cube: „Wirkungsvolle Abhilfe“ für Open Spaces und fehlende Privatsphäre

Open Spaces und hybride Arbeitsmodelle sind heute Standard – doch nicht alle profitieren davon gleichermaßen. Häufige Beschwerden: Lärm, Unterbrechungen, fehlende Privatsphäre. 

Mit se:cube schafft Sedus Abhilfe: In den Größen S, M und L bieten die Cubes das perfekte Umfeld für Besprechungen, konzentriertes Arbeiten oder auch kurze Pausen. 

Und das ist mehr als Komfort: Denn wenn Lärm und Stress sinken, reduziert das auch Verspannungen und trägt zur Rückengesundheit bei – ein Punkt, den die AGR bei der Bewertung zunehmend in den Blick nimmt. 

early bird: Ergonomie, die Maßstäbe setzt

Der Drehstuhl earlybird verbindet klassische Formensprache mit hervorragender Ergonomie – und ist ebenfalls AGR-zertifiziert. Für Detjen ist wichtig, dass Ergonomie nicht als „Feature“ verstanden wird, sondern als Grundprinzip: 

„Bewegungsförderung und individuelle Anpassbarkeit sind zentrale ergonomische Prinzipien.“ Gerade bei langen Bildschirmtätigkeiten macht das den Unterschied: Ein wirklich guter Stuhl unterstützt nicht nur, er motiviert zur Bewegung – und trägt dazu bei, dass Menschen auch nach einem langen Arbeitstag gesund bleiben. 

se:lab: „Konzepte“ statt Einzelprodukte – und eine neue AGR-Kategorie

Mit dem Systemprogramm se:lab zeigt Sedus, wie stark sich Büroplanung verändert hat. Denn bei der Einrichtung geht es heute weniger um das Einzelprodukt als um das Gesamtkonzept. 

Detjen sagt: „Die AGR hat erkannt, dass isolierte Einzelprodukte nur begrenzt wirksam sind. Rückengesundheit entsteht durch das Zusammenspiel verschiedener Faktoren.“ 

Spannend: Ein so umfassendes System wie se:lab wurde zuvor nie ausgezeichnet – weil es schlicht keine passende Produktkategorie gab. Die Vielfalt von se:lab führte bei der AGR sogar zur Einführung einer neuen Kategorie: „Konzepte für agiles Arbeiten“. 

se:lab lädt dazu ein, mit Möbeln zu interagieren, Routinen aufzubrechen und Bewegung in den Alltag zu bringen – passend zu modernen Arbeitsweisen, die auf Austausch, Interaktion und flexible Raumzonen setzen. 

EUIPO-Anerkennung: „seriös und vertrauenswürdig“ – offizieller Status als EU-Gewährleistungsmarke

Ein Meilenstein für die AGR: Seit 2022 ist das Gütesiegel als EU-Gewährleistungsmarke durch das EUIPO anerkannt. Das ist laut Detjen ein starkes Qualitätssignal: 

„Das EUIPO hat den gesamten Prüfprozess der AGR streng unter die Lupe genommen und als ‚seriös und vertrauenswürdig‘ eingestuft.“ 

 

Die Anerkennung bestätigt u. a.: 

  • Transparenz und öffentlich zugängliche Kriterien 

  • Unabhängigkeit der Prüfinstanz 

  • Kompetenz des Gremiums 

  • Einheitliche Anwendung der Kriterien 

  • Kontrollen auch nach der Zertifizierung 

Für Sedus ergeben sich daraus klare Vorteile: „Viele Hersteller behaupten, sie haben ergonomische Produkte – Sedus kann diese nachweisen.“ Gerade bei Ausschreibungen ist das ein starkes Argument – und durch den rechtlichen Schutz gleichzeitig ein Mehrwert an Sicherheit. 

„Mehr als eine Zertifizierung“: warum langfristige Partnerschaften zählen

Sedus und die AGR verbindet eine langjährige Zusammenarbeit. Detjen beschreibt diese Beziehung sehr deutlich: 

„Die langfristige, 30-jährige Partnerschaft zwischen Sedus und der AGR ist mehr als nur eine Produktzertifizierung – sie ist Ausdruck einer gemeinsamen Mission für Rückengesundheit.“ 

 

Warum das so wichtig ist? 

„Die AGR sucht Hersteller, die Ergonomie nicht als Marketing-Trend, sondern als Kernkompetenz verstehen.“ 

Langjährige Partner liefern nicht nur kontinuierliche Qualität, sondern bringen Praxiserfahrung ein, die wiederum zur Weiterentwicklung der Kriterien beiträgt. Dadurch entsteht ein echter Dialog zwischen Industrie und medizinischer Fachwelt – und das hilft am Ende allen: Herstellern, Planern und Nutzern. 

Drei Empfehlungen für Ausschreibungen: Ergonomie messbar machen

Zum Abschluss gibt Detjen drei konkrete Empfehlungen für Architekten, Planer und Einkäufer: 

  1. Zertifizierung als Mindestanforderung definieren. 
    Beispiel: „AGR-Gütesiegel oder gleichwertige, unabhängige ergonomische Zertifizierung“ 

  2. Funktionale Anforderungen statt nur Features. 
    Fokus auf dynamisches Sitzen, Anpassbarkeit, Lordosenstütze, Armlehnen, Nutzungsdauer etc. 

  3. Systemisch statt isoliert denken. 
    Ergonomie entsteht durch Zusammenspiel aus Sitzmöbeln, Tisch, Raumlösungen, Schulung und Service. 

Detjen bringt es damit in eine Richtung, die perfekt zu Sedus passt: Gesundheit entsteht nicht durch ein einzelnes Möbelstück – sondern durch ein gut abgestimmtes Arbeitsumfeld. 

„Zertifiziertes Fachgeschäft“: Kompetenz im Handel sichtbar machen

Einige Sedus Händler tragen die Auszeichnung „Zertifiziertes Fachgeschäft“. Ziel der AGR: ergonomische Beratungskompetenz deutlich sichtbar machen – damit Kunden leichter den Weg zu sinnvoller Ausstattung und exzellenter Beratung finden. 

Zertifizierte Händler werden durch Schulungs- und Marketingmaterialien unterstützt, in den AGR-Medien genannt – und bieten Endkunden und Unternehmen geschulte Ansprechpartner, die Produkte erklären, korrekt einstellen und individuell empfehlen können

Die Fachhandelszertifizierung hat ein zentrales Ziel: ergonomische Beratungskompetenz und zertifizierte, ergonomische Produkte sichtbar und für Kundinnen und Kunden zuverlässig auffindbar zu machen.

Detlef Detjen

Fazit: Vertrauen, Standards und ein ganzheitlicher Blick auf Gesundheit

Das AGR-Gütesiegel ist mehr als ein Zeichen auf einem Produkt: Es steht für unabhängige, wissenschaftlich fundierte Prüfung und bietet Orientierung – sowohl im Consumer-Markt als auch im professionellen Umfeld. 

Dass Sedus Lösungen wie earlybird, se:cube und se:lab mit dem AGR-Siegel ausgezeichnet wurden, zeigt: Ergonomie ist bei Sedus nicht nur ein Detail, sondern Teil eines ganzheitlichen Verständnisses von gesundheitsfördernden Arbeitswelten. 

Oder, wie Detlef Detjen es beschreibt:„Sedus versteht Ergonomie nicht als Produktmerkmal, sondern als Unternehmensphilosophie.“

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