Dabei braucht es nicht immer einen großen Umbau, um Arbeitsumgebungen fokussierter zu gestalten. Oft reichen schon gezielte Anpassungen innerhalb bestehender Flächen: kleine Rückzugsorte, bessere Akustik, klarere Zonierungen oder einfache Regeln im Alltag. Genau hier setzen die aktuellen Sedus INSIGHTS „Fokus im Büro“ an und zeigen, wie Arbeitswelten entstehen können, die Konzentration wieder stärker unterstützen.
1. Kleine Rückzugsorte schaffen
Nicht jede Aufgabe braucht einen abgeschlossenen Fokusraum. Oft hilft schon ein Platz, der etwas geschützter wirkt als der klassische Arbeitsplatz im Open Space.
Halbhohe Abschirmungen, Sitznischen oder ruhigere Bereiche am Rand der Fläche können bereits einen großen Unterschied machen. Denn Konzentration entsteht vor allem dort, wo Menschen das Gefühl haben, ihre Umgebung besser kontrollieren zu können. Genau dieses Sicherheits- und Ruhegefühl beschreibt auch das Konzept des „peripersonalen Raums“ in den Sedus INSIGHTS N° 20.
Besonders gut funktionieren:
- halbgeschlossene Sitzmöbel
- hohe Rückenlehnen
- kleine Fokus-Nischen
- Arbeitsplätze abseits der Laufwege
- Möbel mit integriertem Sicht- und Akustikschutz
Wichtig ist dabei weniger die vollständige Abschottung als vielmehr ein Gefühl von Ruhe und Rückzug mitten im offenen Raum.
2. Visuelle Reize reduzieren
Ablenkung entsteht nicht nur durch Geräusche. Auch Bewegung im Augenwinkel oder dauerhaft einsehbare Arbeitsplätze halten das Gehirn permanent aufmerksam.
Deshalb müssen konzentrierte Arbeitsbereiche nicht zwingend komplett geschlossen sein – oft reichen schon einfache visuelle Grenzen. Studien zeigen deutlich, dass unterschiedliche Grade von Offenheit und Schutz wichtig sind, um Konzentration zu fördern.
Schnell umsetzbar sind zum Beispiel:
- mobile Screens
- Pflanzen als Raumtrenner
- Regale zur Zonierung
- Vorhänge
- unterschiedliche Möbelhöhen
- akustisch wirksame Paneele
Gerade Pflanzen oder textile Elemente wirken dabei oft angenehmer und wohnlicher als harte Trennwände.
3. Akustik mitdenken
Lärm bleibt einer der größten Störfaktoren im Büro. Laut den in den Sedus INSIGHTS zitierten Studien fühlen sich 58 % der Beschäftigten regelmäßig durch Gespräche oder Telefonate gestört.
Dabei geht es nicht nur um Lautstärke. Vor allem Sprache zieht Aufmerksamkeit automatisch auf sich – selbst dann, wenn wir versuchen, sie auszublenden.
Schon kleinere Maßnahmen können die Situation deutlich verbessern:
- Teppiche und Vorhänge
- schallabsorbierende Materialien
- akustisch wirksame Möbel
- ruhigere Fokuszonen
- bewusst getrennte Kommunikationsbereiche
Auch biophile Soundscapes oder natürliche Klangwelten werden inzwischen gezielt eingesetzt, um Konzentration und Wohlbefinden zu fördern.
4. Flächen klarer zonieren
Viele Open Spaces sollen heute alles gleichzeitig leisten – konzentriertes Arbeiten, spontane Meetings, Teamarbeit und Kommunikation. Genau das macht sie oft anstrengend.
Experten empfehlen deshalb, Büroflächen stärker nach unterschiedlichen Aufmerksamkeitsmodi zu organisieren. Das bedeutet nicht automatisch mehr Fläche, sondern vor allem klarere Strukturen.
Hilfreich sind zum Beispiel:
- ruhige Bereiche entlang der Fenster
- kommunikative Zonen zentral im Raum
- Fokusplätze außerhalb der Hauptwege
- Übergänge zwischen lauten und ruhigen Bereichen
- gemeinsam genutzte Fokuszonen oder Bibliotheksbereiche
Das Prinzip dahinter: Menschen sollten je nach Aufgabe bewusst zwischen unterschiedlichen Arbeitsumgebungen wechseln können.

5. Konzentration auch kulturell verankern
Der vielleicht wichtigste Punkt kostet am wenigsten: klare Regeln im Alltag.
Denn selbst die beste Fokuszone funktioniert nicht, wenn dort telefoniert oder spontan diskutiert wird. Viele Studien machen deutlich, dass Konzentration nicht nur räumlich, sondern auch organisatorisch gedacht werden muss.
Gut funktionieren zum Beispiel:
- klar definierte Silent Areas
- feste Regeln für Telefonate
- Meeting-freie Zeiten
- Fokuszeiten im Team
- Video-Calls nur in dafür vorgesehenen Bereichen
Spannend ist dabei das Beispiel der Bibliotheksbereiche bei Start it @KBC: Dort gelten einfache, aber klare Verhaltensregeln – keine Gespräche, keine Calls, keine Unterbrechungen.

Fazit: Fokus beginnt oft mit kleinen Veränderungen
Konzentriertes Arbeiten braucht nicht zwingend neue Gebäude oder große Umbauten. Häufig reichen schon gezielte Anpassungen innerhalb bestehender Flächen, um Open Spaces deutlich ruhiger und fokussierter zu machen.
Entscheidend ist, unterschiedliche Arbeitsbedürfnisse sichtbar mitzudenken – und Räume zu schaffen, die Menschen je nach Aufgabe flexibel nutzen können. Genau darin liegt heute die eigentliche Qualität moderner Arbeitswelten. Mehr zu dem Thema finden sie in den Sedus INSIGHTS N° 20.
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